Eine Leseprobe...
Zusammen waren meine Mutter und ich mit dem Auto ins Unterdorf gefahren und hatten vereinbart, dass wir gemeinsam die Prospekte austeilen würden.
Dabei übernahm meine Mutter eine Straße, während ich eine parallel verlaufende Straße entlanglief.
Anfangs steckte ich die Prospekte langsam in die Briefkästen und wartete auf die nächste, folgende Querstraße, in der ich wieder auf meine Mutter treffen würde.
Doch „meine“ Straße ging immer weiter, die erwartete Verbindung zwischen jener und der Straße, in der meine Mutter unterwegs war, war wider Erwarten nicht vorhanden.
Die Straße, in der ich das Verteilgut zunehmend nervös in die Briefkästen stopfte, führte mich mehr und mehr in unbekanntes Terrain.
Ich machte mir meine Gedanken, hatte Angst, dass ich mich verlaufen hatte.
Mein Schritt wurde schneller und schneller, ebenso meine Atmung, und ich lief unter einem reichlich blühenden Baum hindurch.
Plötzlich hatte ich das Gefühl, nicht mehr richtig durchatmen zu können. Ich wurde immer schneller und sog immer mehr Luft in meine Lungen. Dabei wurde meine Atmung stets flacher und ich verspürte langsam eine Benommenheit.
Als Heuschnupfengeplagter schoss mir schnell der Gedanke durch den Kopf, dass dies vielleicht erste Symptome eines Asthma-Anfalles sein könnten.
Zwar hatte ich zuvor noch keinen solchen durchlebt, aber wer konnte mir garantieren, dass dies jetzt keiner war?
Meine Schritte wurden schneller und schneller, ich hatte das Gefühl, immer weniger Luft zu bekommen und meine Knie schienen weich wie Pudding zu werden.
Wo war nur die nächste Verbindungsstraße, ich musste zu meiner Mutter. Mir ging es sehr schlecht.
Endlich, nach einer mir endlos erscheinenden Strecke trafen wir uns und ich berichtete ihr von meinen Beschwerden.
Mein Herz raste, als wolle es aus meinem Brustkorb springen. Es schlug einen bedrohlichen Rhythmus, passend zu meinen schlimmsten Phantasien. Mir schien, ich schwankte, als stünde ich an Deck eines Schiffes auf Hoher See bei schwerem Seegang.
Schnell gingen wir zum, in der nähe geparkten, Auto und stiegen ein.
Ich schloss die Tür und meine Mutter fuhr los.
Doch mein Brustkorb schien sich mehr und mehr zuzuschnüren und ich hatte das Gefühl zu ersticken.
>Ich muss hier raus!<, sagte ich. >Halt an, ich muss hier raus! Ich bekomme keine Luft mehr!<.
Meine Mutter brachte das Auto zum Stehen, ich sprang aus dem Gefährt und lief auf und ab.
Nachdem ich etliche Male hin und her gelaufen war und es begonnen hatte, in meinen Händen und Füßen zu kribbeln ließ ich mich überreden, wieder ins Auto einzusteigen und wir fuhren zu meinem Hausarzt.
Als ich wieder aus dem Auto ausgestiegen war, um in die Praxis zu gelangen, hatte ich das Gefühl, auf den Knien in die Arztpraxis zu gehen. Scheinbar schwankend mit eiskalten Händen und Füßen, sowie Herzrasen und Atemnot trat ich in die Praxis und sofort zum Arzt ins Sprechzimmer ein.
Als ich ihm die Beschwerden geschildert hatte, überprüfte er per Stethoskop meine Atmung, kontrollierte den Blutdruck, den Puls und langsam gingen die Symptome zurück.
Schließlich überprüfte er noch meine Lungenfunktion mittels eines Lungenfunktionstests.
Als dieser ohne Ergebnis blieb, stand die Diagnose fest:
>Sie hatten eine Panik-Attacke!<, sagte er zu mir und ich konnte es nicht so recht glauben.
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