Vom "Er" zum "Du"

Willkommen, liebe Leserschaft,
auf stillem Orte, der bedacht
mit dem Schwarz der Schiefersteine,
verhindernd die Gedankenkeime.
Der Regen findet seinen Weg
zum stillen Ort, wo man grad steht.
Komm setz Dich hin – mein lieber Freund.
Man hatte es nur gut gemeint!
Platz genommen auf Ruinen,
Staaten voll mit wilden Bienen
tummeln sich – wie toll – herum
nur einer – er bleibt still und stumm!
Die Zeit verflogen – Raum vorbei!
Nur Bienen sind hier vogelfrei.
Er sitzt still schweigend hier herum,
und selbst Gedanken bleiben stumm!
Vorbei das Licht, vorbei das Blühen,
Er weiß nicht mehr – wohin nun ziehen,
zwischen Stühlen Platz gefunden,
die Welt umher ganz unverwunden.
Nur er, er sitzt hier still und leise,
blickt links und rechts! Die Stühle – weise.
Wer auf dem Stuhle Platz genommen,
der wird auch wirklich wahrgenommen.
Und er, er sitzt in der Versenkung,
wartet auf die nächste Kränkung,
die in seine Tiefe fällt.
Eine völlig ungerechte Welt!

Los, steh doch auf und stell Dich hin!
Dann macht das Denken wieder Sinn.
Vergrab Dich nicht – die Stille schützend –
in den Polstermöbelritzen.
Sag Deine Meinung – trete ein!
Gegen den Gedankenkeim,
der das Unrecht in sich trägt,
alte Zeiten neu belebt.
Zeiten, die schon längst verloren!
Vielfalt hat das Glück geboren!
Lass die Rechten nicht besetzen
all die Stühle – un-recht hetzen!
Sag ihnen, was Sache ist!
Gib Deiner Stimme jetzt Gewicht!

Entscheide Dich für einen Stuhl,
in dem großen Möbelpool,
den das Leben hält bereit.
Komm aus der Senke – es wird Zeit!

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