...

Ein Tag im Winter.

Wieder einmal hatte sich meine Mutter mit dem Rektor unterhalten, auf was ich keine großen Hoffnungen gesetzt hatte.

Doch als ich die Schulaula betrat, kam einer meiner „Feinde“, ich nenne ihn an dieser Stelle einmal F., auf mich zu und streckte mir freudestrahlend die Hand entgegen.

>Hey<, sagte er >Wir hatten doch so lange Ärger. Wollen wir nicht Frieden schließen? Ich glaube wir hatten genügend Auseinandersetzungen.<.

Endlich, dachte ich, und reichte ihm froh die Hand. >Gerne, da bin ich aber froh!<, erwiderte ich und mein Gegenüber lächelte, ging dann weg.

Ebenso freudestrahlend begab ich mich zu meinem Ranzen, den ich ein paar Meter entfernt abgestellt hatte. Ein solches Glücksgefühl hatte ich lange nicht gehabt.

Schließlich ging ich in den Werksaal, wo wir Unterricht hatten, setzte mich und packte aus.
Ich öffnete mein Mäppchen und schaute nach, ob ich denn alles dabei hatte.
Füller, Tintenkiller, Bleistift, Lineal, tote Maus…!
Tote Maus? Eine tote Maus! – schoss es mir durch den Kopf und mich durchfuhr ein Schauer des Ekels.

Ich blickte mich um. Hatte jemand gesehen, dass in meinem Mäppchen eine tote Maus lag? Mein Blick wanderte zu F., der verschmitzt grinste.

Erst jetzt begriff ich. Eine große Traurigkeit überkam mich und lähmte mich fast.

F. hatte mit mir keinen Frieden schließen wollen. Nein, er hatte schlicht versucht mich abzulenken, damit ein anderer mir diese tote Maus ins Mäppchen stecken konnte. Angeekelt und schockiert ging ich zum Mülleimer und warf die tote Maus hinein.

Am liebsten hätte ich sie jedoch diesem Friedensheuchler ins Gesicht geworfen. Doch dazu hatte ich zu große Angst vor der folgenden Reaktion und außerdem war ich zu diesem Zeitpunkt zu sehr geschockt.
...